M wie mobil … oder MOQO
… oder Michael Minis

Ginge es nach Michael Minis, dann stünden bald vor jeder Haustüre Shared Mobility Fahrzeuge. Der CEO des Aachener Startups „MOQO“ hat eine klare Vision – und eine ganz konkrete Lösung, diese umzusetzen.

Das Thema Mobilität beschäftigt dich schon seit vielen Jahren. Wie ging’s los?

Michael: Seit 2010 entwickelte ich zusammen mit Markus Harmsen die Plattform „tamyca“ (take my car), seinerzeit Deutschlands größte Plattform für privates Carsharing. Ein paar Jahre später haben wir die P2P-Plattform verkauft und den Erlös vollständig für den Aufbau von MOQO genutzt.

Warum etwas komplett Neues?

Michael: Weil wir den Begriff „Mobilität“ umfassender denken wollen. Seit 2017 arbeiten wir an MOQO, einem Shared Mobility Enabler. Was zur Hölle ist das? Ganz konkret: MOQO liefert eine Plug-and-Play Lösung, die einen Partner innerhalb von vier Wochen zum Shared-Mobility-Anbieter macht. Dazu liefern wir alle benötigten Komponenten aus einer Hand: Telematik-Einheiten, Sharing-Software und Kundenservice. Mit diesem Gesamtpaket können wir z. B. Stadtwerke, Immobiliengesellschaften oder Autohäuser zu Car-, Bike- oder E-Scooter-Sharing-Anbietern machen. Mittlerweile gehören auch Carsharing-Marktführer in Norwegen, Luxemburg und Australien zu unseren Kunden.

Wann kam der TechVision Fonds ins Spiel?

Michael: Eigentlich begleitet er mich schon meine ganze berufliche Karriere. Bereits für tamyca haben wir beim TechVision Fonds angeklopft, sind aber nicht zusammengekommen. Während meiner Tätigkeit als Leiter des Gründerzentrums der RWTH Aachen stand ich im engen Austausch mit den Mitarbeitern und habe den Fonds noch einmal aus einer anderen Perspektive kennengelernt. 2018 schließlich haben wir für MOQO einen Investor gesucht. Die bestehenden Kontakt zum TechVision Fonds haben uns geholfen einen ersten Zugang zu haben und uns die Möglichkeit eröffnet zu überzeugen. Übrigens: Selbst während meiner Promotion zum Thema „Verhandlung mit Investoren“ hatte ich Kontakt zum TechVision Fonds – da war er sozusagen „Proband“.

Wenn man sich so lange kennt, kann ja eigentlich nichts mehr schiefgehen…

Michael: Das stimmt. Trotzdem wollten wir nichts dem Zufall überlassen. Uns war wichtig, dass der Investor zu unserem Unternehmen und unserem Team passt. Daher haben wir uns bei Portfolio-Unternehmen des Fonds nachgefragt: Hey Leute, wie läuft das denn überhaupt so mit denen? (lacht) Dabei haben wir ehliche Einblicke erhalten, in Höhen und Tiegen und unser gutes Bauchgefühl wurde bestätigt.

Was hat der TechVision Fonds denn, was andere nicht haben?

Michael: Er ist ein einzigartiger Mix aus fähigen Mitarbeitern, einem extrem guten Netzwerk und einer ausgezeichneten Technologiekompetenz.

Wofür habt ihr das Kapital genutzt?

Michael: Als das Investment anstand, hatten wir ja bereits eine Idee und waren ein Team von 20 Leuten. Wir benötigten allerdings Wachstumskapital und Know-how, um die nächste Stufe zu erreichen. Es hat sich gelohnt: Als der TechVision Fonds bei uns eingestiegen ist, haben wir Kunden in 4 Ländern bedient. Heute sind es schon 14. Tendenz steigend.

Wie geht’s weiter bei euch?

Michael: Wir möchten die MOQO-Plattform soweit ausbauen, dass unsere Vision Realität wird: Bis 2025 soll jeder Zugriff auf ein Fahrzeug vor der Haustüre via Smartphone haben. Das Thema Mobilität bleibt spannend! Und wir sind dabei.  

Über Dr. Michael Minis

Michael Minis (35) hat an der RWTH Aachen Wirtschaftsingenieurwesen Maschinenbau studiert und dort promoviert. 2010 gründete er mit Kommilitonen die P2P-Carsharing-Plattform tamyca. Von 2014 bis 2016 leitete er das Gründerzentrum an der RWTH Aachen und hat dort u. a. Themen wie den digitalHUB Aachen vorangetrieben. 2018 gründete er das Aachener Startup MOQO, eine Shared Mobility Plattform, wo er seitdem als CEO tätig ist. Ausserdem unterstützt Michael als Beirat das Aachener Gründernetzwerk AC.E.

Shared Mobility Status Report 2020

Der Shared Mobility Sektor ist längst mehr als ein neu aufkommender Trend. Trotzdem muss die reichhaltige Bandbreite an Möglichkeiten, Diensten und Neuerungen erst einmal überblickt werden. Der Shared Mobility Status Report von MOQO beleuchtet den Markt und deckt so Potentiale auf. Nutzen auch Sie den kostenlosen Statusreport für Ihre strategische Planung!